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Alles zu Steuern auf Sportwetten

Steuern auf die Gewinne?

Die mit den Sportwetten verbundenen Steuern sorgen in der Wettszene gerade bei unerfahrenen Tippern hin und wieder für etwas Verwirrung. Viele neue Wettspieler stellen sich die Frage, ob die Gewinne an das Finanzamt gemeldet werden müssen. Außerdem ist da noch die 5%-ige Wettsteuer. Wir wollen nachfolgend kurz und bündig Licht ins Dunkel bringen.

In Deutschland zählen Sportwetten aus rechtlicher Sicht zum Glücksspiel. Alle damit verbundenen Einnahmen sind generell steuerfrei. Kein Wettfreund ist verpflichtet, seine Erträge dem Finanzamt zu melden oder einen Teil der Gelder abzuführen.

Sicherlich kann man hier berechtigt einbringen, dass Wettprofis doch ihren Lebensunterhalt mit den Sportwetten verdienen. Dies ist zwar grundsätzlich richtig, doch ein stabiles Einkommen im Sinne eines Lohns oder eines Gehalts lässt sich daraus trotzdem nicht ableiten.

Genau an dieser Stelle gibt es einen Unterschied zum Poker: Es gibt mittlerweile richterliche Beschlüsse, in denen die Gewinne aus dem Poker als Einkommen angesehen werden. Der Unterschied zum Fußballwetten liegt auf der Hand. Beim Poker kann der User direkt Einfluss auf die Partie nehmen. Der Glücksfaktor kann mit dem richtigen Spielverhalten nahezu komplett ausgeschlossen werden. Beim Sportwetten ist dies jedoch anderes. Kein Tipper wird am Samstagnachmittag in der Fußball-Bundesliga selbst auf dem Rasen stehen. Er kann keinen direkten Einfluss auf den Ausgang der Partien nehmen. Somit bleibt für die Sportwetten das Glück entscheidend – zumindest aus rechtlicher Sicht.

Der Blick zu den europäischen Nachbarn

In Österreich werden Sportwetten nicht als Glücks- sondern als Geschicklichkeitsspiel gewertet. Steuerrechtlich hat dies jedoch für die Buchmacherkunden keinerlei Bedeutung. Alle Erträge sind auch in Österreich komplett steuerfrei und müssen nicht an die Finanzbehörden gemeldet werden.

In der Schweiz stellt sich die Rechtslage hingegen etwas anders dar: Die Regelungen schwanken von Kanton zu Kanton. In den meisten Bezirken ist es jedoch so, dass nur 1.000 Franken pro Jahr steuerfrei als Gewinne einfahren werden dürfen. Alle höheren Beträge werden zum Einkommen gerechnet und sind somit auch zu versteuern.

Buch führen, um einer Kontrolle vorzubeugen

Natürlich kann es in der Praxis vorkommen, dass auch das deutsche Finanzamt bei einer Prüfung über Geldeingänge aus dem Ausland aufmerksam wird und entsprechende Nachfragen stellt. Wir raten daher jedem Wettspieler dazu, eine genaue Buchführung anzulegen und zu führen. Dokumentiere deine Ein- und Auszahlungen beim Buchmacher mit entsprechenden Belegen. So kannst du dem Finanzamt sofort den Wind aus den Segeln nehmen.

Die deutsche Wettsteuer – 5% Abgabe leisten

geldscheine-und-muenzen-in-euroIm Juli 2012 wurde die deutsche, fünf-prozentige Wettsteuer eingeführt. Die Annahme, dass die Sportwetten-Steuer im neuen Glücksspielvertrag der Bundesländer implementiert wurde, ist jedoch falsch. Die Bundesregierung hat für die Einführung der Sonderabgabe ganz tief in die Mottenkiste gegriffen: Denn die Wettsteuer wurde ins Rennwett- und Lotteriegesetz eingefügt, welches selbst noch aus dem Jahre 1921 stammt.

An wen richtet sich die Wettsteuer?
Grundsätzlicher Steuerschuldner ist tatsächlich der deutsche Wettspieler – also du. In der Praxis ist es jedoch unmöglich, dass das Finanzamt dein Wettverhalten verfolgen kann. Daher wurden die Buchmacher in eine Drittschuldnerhaftung genommen. Die Wettanbieter müssen pauschal fünf Prozent aller Umsätze deutscher Kunden an den hiesigen Fiskus abführen.

Die positiven Seiten der Abgabe
Sicherlich ist es für beide Seiten – Buchmacher und Kunde – ärgerlich, dass das Finanzamt beim Wetten die Hand aufhält. Aus unserer Sicht sollte die Sportwetten-Steuer jedoch nicht nur negativ gesehen werden. Die fünf-prozentige Abgabe hat auch ihre gute Seite, sofern man in der Beurteilung ein wenig guten Willen an den Tag legt.

Jahrelang wurden die Sportwetten in Deutschland nahezu verteufelt und an den Rand der Legalität gestellt. Auch heute gibt’s keine wirkliche Rechtsgrundlage für die Buchmacher. Die Steuer hat die Wettanbieter jedoch ein wenig aus der Grauzone gehoben. Selbst den hartnäckigsten Kritikern im Kreise der Gesetzesgeber fällt es nun schwer, gegen die Sportwetten im Internet zu argumentieren. Es ist faktisch unmöglich, eine ganze Branche zu verdammen und gleichzeitig kräftig an deren Umsätzen mitzuverdienen.

Berechnungsmodelle für die deutsche Wettsteuer

Die Einführung der Wettsteuer hat bei den Online-Buchmachern natürlich eine Reaktion ausgelöst. Zum härtesten Schritt haben sich William Hill, 888sports und Betfair genötigt gefühlt: Alle drei Buchmacher haben den deutschen Markt recht schnell verlassen. Diesem Beispiel ist mittlerweile auch Youwin gefolgt. Die Überzahl der Bookies ist aber nach wie vor für die deutschen Wettspieler erreichbar. Die Sportwetten-Steuer wird dabei unterschiedlich auf die Kunden umgelegt. Generell kann zwischen zwei verschiedenen Berechnungsmodellen unterschieden werden:

Steuer beim Einsatz
Einige Bookies verhalten sich absolut gesetzeskonform und berechnen die Steuer bei jeder Tippabgabe. Die Wettsteuer wird dabei zum Einsatzbetrag gerechnet, woraus sich folgende Beispielrechnung ergibt:

  • Einsatz: 100 Euro
  • Wettsteuer: 4,76 Euro
  • Nettospielbetrag: 95,24 Euro
  • Wettquote: 2,0
  • Möglicher Gewinn: 190,48 Euro

Folgende Buchmacher arbeiten nach diesem Berechnungsmodell:

  • mybet
  • Bet-at-Home

Steuer beim Gewinn
Die Überzahl der Spitzenbuchmacher berechnet die Wettsteuer lediglich bei gewonnenen Wettscheinen. Verliert der Tipp, wird die Abgabe allein vom Wettanbieter getragen. Bringt der Kunde sein Ticket erfolgreich ins Ziel, muss er einen fünf-prozentigen Pauschalabzug vom Bruttoertrag in Kauf nehmen. Die genauen Details siehst du in unserer Beispielrechnung:

  • Einsatz: 100 Euro
  • Wettquote: 2,0
  • Bruttogewinn: 200 Euro
  • Wettsteuer: 10 Euro
  • Nettoauszahlung: 190 Euro

Diese Art der Wettsteuerberechnung findest du beispielsweise bei folgenden Bookies:

Welches Berechnungsmodell ist das bessere?

Vielfach wird angenommen, dass es kundenfreundlicher ist, wenn die Wettsteuer nur bei gewonnenen Tickets berechnet wird. In der Praxis ist dies aber nicht wirklich der Fall. Bei verlorenen Wettscheinen ist es dem Tipper ohnehin gleichgültig, ob die Sportwetten-Steuer eingerechnet war oder nicht. Bei gewonnen Tickets kann in die inkludierte Variante sogar ein minimales, mathematisches Plus vorweisen.

Sonderform: Aufpreis
Eine dritte Form der Steuerberechnung ist ein fünf-prozentiger Aufschlag zum Einsatz. In der Praxis ist dieses Modell jedoch sehr selten. Angeboten wird es von Sportingbet. Der britische Wettanbieter lässt seinen Kunden die freie Wahl aus allen drei Versionen. Beim Aufpreis ergibt sich in der Praxis folgendes Beispiel:

  • Einsatz: 100 Euro
  • Wettsteuer: 5 Euro
  • Bruttospielsumme: 105 Euro
  • Wettquote: 2,0
  • Auszahlung: 200 Euro

Ein tabellarischer Überblick
Nachfolgend haben wir dir die Wettsteuermodelle in einer kleinen Tabelle übersichtlich zusammengestellt. Wir gehen dabei weiterhin von einem Einsatz von 100 Euro und von einer 2,0er-Wettquote aus:

ModellGesamteinsatzSpielbetragAuszahlungReingewinn
Einsatzbesteuerung100 Euro95,24 Euro190,48 Euro90,48 Euro
Gewinnbesteuerung100 Euro100 Euro190 Euro90 Euro
Aufpreis105 Euro100 Euro200 Euro95 Euro

Alternativen für Wetten ohne Steuern

Positiv sei an dieser Stelle angemerkt, dass viele Buchmacher in den ersten Monaten versucht haben, die Belastung intern abzufangen. Die Umlage auf die Kunden erfolgte erst “Step By Step”, nachdem der wirtschaftliche Druck zu groß wurde. Da die seriösen Bookies mit einer Gewinnspanne von vier bis acht Prozent arbeiten, ist eine fünf-prozentige Wettsteuer natürlich “tödlich”.

Trotzdem gelingt es noch immer einigen Top-Anbietern die deutsche Sportwetten-Steuer mit Einnahmen aus anderen Märkten zu kompensieren. Bei folgenden Buchmachern kannst du beispielsweise nach wie vor steuerfrei deine Tipps platzieren:

Es gibt weder bei gewonnenen, noch bei verlorenen Wettscheinen irgendeinen Abzug. Die Auszahlung des Gewinns erfolgt “brutto = netto”.

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